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Archive for the ‘Direktanlage’ Category

Afrika-Fonds mit Rekordzuflüssen

Laut dem Washingtoner Fund Tracker sind in den letzten 12 Monate netto 660.000.000 US $ in Fonds mit Anlageschwerpunkt Afrika geflossen. Im globalen Vergleich nicht gerade Unsummen, dennoch weit mehr als jemals zuvor. Reuters Beitrag

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Podiumsdiskussion: Selbstbestimmte Entwicklung in Afrika

April 7, 2010 2 Kommentare

Am 18. März fand im Club Voltaire, Frankfurt, die Podiumsdiskussion „Der Ruf nach mehr Ownership: Rolle von Afrikanern für die Entwicklung in Afrika und der Beitrag der afrikanischen Diaspora in Deutschland“ statt.

Teilnehmer waren Prof. Uta Ruppert und Prof. Hans Peter Hahn, Universität Frankfurt, Wencelas Conditamde und Roman Windisch, Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). Afro-Horizonte wurde von Dr. Patrik Fischer, Unternehmensberater, vertreten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Lynda Hamelburg, Forum für mehr Integration e.V.

Es diskutierten u.a. Fr. Hamelburg, Prof. Ruppert und Dr. Fischer

Fr. Hamelburg, Prof. Ruppert und Dr. Fischer

Die Diskussion zeigte, dass mehr Eigenverantwortung im Entwicklungsprozess nicht durch alle Diskutanten eingefordert wurde. Freilich wurde das nicht offen gesagt, sondern Ownership wurde der Prämisse ordnungspolitischer und weltanschaulicher Positionen untergeordnet. Auch die Rolle der Wirtschaft als einer treibenden Kraft für Entwicklungsprozesse wurde eher in Zweifel gezogen.

So vertat Prof. Hahn vom Institut für Ethnologie, Frankfurt, die Auffassung, dass die Transferzahlungen von Afrikanern in der Diaspora an ihre Familien in den Heimatländern nicht grundsätzlich gut geheißen werden dürften, da man über die Verwendung nichts wüsste, bzw. diese auch in tendenziell ruinöse Trauerfeiern oder aber in dunkle Kanäle für Bestechung abfließen könnten. Auch sei ein Entwicklungsprozess nicht von den Einkommensverhältnissen abzuleiten. Vielmehr sei zunächst zu definieren, was Entwicklung überhaupt ist.

Dr. Fischer war hingegen der Auffassung, dass Entwicklung zunächst einmal an der ökonomischen Leistungsfähigkeit gemessen werden kann. So betonte er die Wichtigkeit von Transferzahlungen auch in Hinblick auf Entwicklungsprozesse. Immerhin übersteigen die Transferzahlungen der afrikanischen Diaspora bei weitem alle entwicklungspolitischen monetären Transfers nach Afrika.

„Gerade auch solche Zahlungen, die direkt in den Konsum gehen oder für traditionelle Feste aufgewendet werden, stärken die lokale Wirtschaft in dem sie wichtige Impulsgeber für Dienstleister und Gewerbetreibende sind“, gab Fischer zu bedenken. So sei ausgehend von einem niedrigen Wohlstandsniveau jedes zusätzliche Einkommen ein Beitrag für die Teilhabe an sebstbestimmter Entwicklung, so z.B. auch für den Zugang zu Bildung.

Frau Prof. Ruppert griff die Aussage von Dr. Fischer auf, dass interkulturelle Kompetenz im Entwicklungsprozess von entscheidendem Nutzen sei. Sie stellte in diesem Zusammenhang fest, dass dies derzeit bei Organisationen wie der GTZ noch nicht hinreichend berücksichtig werde.

Die Diskussion kreiste dann um die Definition von Entwicklung. „Ob und wie jemand in der Lage ist, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, hängt schlichtweg vom verfügbaren Geld ab“, so Dr. Fischer. Die Professoren waren nicht dieser Auffassung und warben für ein differenzierteres Bild. Das Konzept von Wachstum als Triebfeder für Entwicklung wurde von den Professoren in Abrede gestellt. Vielmehr müsste man zu neuen Konzepten der Entwicklung kommen.

Dr. Fischer führte aus, dass die Praxis zeige, dass eben genau das Streben nach Teilhabe und Wohlstand wichtigster Antrieb für selbstbestimmtes Handeln – Ownership – und in der Konsequenz oftmals auch Mobilität und Migration sei. Dies dürfe man nicht ignorieren. Deshalb sei Wachstum, gerade auch über privatwirtschaftliches Engagement, so wichtig. „Private Unternehmen, die profitabel wirtschaften und zudem mit einer guten Corporate Governance ausgestattet sind, können nachhaltige Wachstums bzw. Entwicklungsprozesse in Gang setzen. Was sich rechnet, trägt sich auch langfristig selbst“, so Fischer weiter.

In diesem Zusammenhang verwies Fischer auch auf staatliche Fördermaßahmen, die afrikanische mit europäischen Unternehmern zusammen bringen und vor Ort finanziell unterstützen. Diese Programme, die im deutschen Mittelstand noch zu wenig bekannt seien, wären ein zunftsweisendes Modell, da sie nachhaltige Entwicklungsprozesse, die sich tatsächlich selbst tragen, in Gang setzten könnten.

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Dr. Patrik Fischer berät mittelständische Unternehmen, die nach Afrika expandieren wollen. Mit seinem Beratungsunternehmen, Dr. Fischer Consult & Trade, vermittelt er Geschäftskontakte und zeigt auf, wie sich ein Markteintritt nach Afrika für alle beteiligten rechnet. Hierzu ist regelmäßig auch die Berücksichtigung von Fördermöglichkeiten Teil des Beratungsangebotes.

zur opendiscussion Presseinfo

The Ibrahim Index of African Governance

Mo Ibrahim hat in einmal mehr das Investmentumfeld und mehr mit seinem Index of African Governance unter die Lupe genommen. Eine Basislektüre nicht nur für jeden, der eine Direktinvestition in Afrika plant. Hier gehts zur Studie.

Fazit: Wo Licht ist, ist auch Schatten…

„We are shining a light on governance in Africa, and in so doing we are making a unique contribution to improving the quality of governance. The Ibrahim Index is a tool to hold governments to account and frame the debate about how we are governed. Africans are setting benchmarks not only for their own continent, but for the world. “ Mo Ibrahim

The Ibrahim Index of African Governance is a comprehensive ranking of sub-Saharan African nations according to governance quality. The Ibrahim Index assesses national governance against 57 criteria. The criteria capture the quality of services provided to citizens by governments. The focus is on the results that the people of a country experience.

The criteria are divided into five over-arching categories which together make up the cornerstones of a government’s obligations to its citizens:

* Safety and Security
* Rule of Law, Transparency and Corruption
* Participation and Human Rights
* Sustainable Economic Opportunity
* Human Development

The Ibrahim Index is a progressive and responsive tool that will evolve to accommodate feedback and critiques from stakeholders, as well as changes in the governance context in sub-Saharan Africa. It was created in recognition of the need for a comprehensive and quantifiable method of measuring governance quality in sub-Saharan Africa, and has been designed to:

* Provide a tool for civil society and citizens to hold governments to account
* Stimulate debate on governance, in particular by providing information about leadership performance
* Provide a diagnostic framework to assess governance in sub-Saharan Africa

Information is collected over a number of years so that the Ibrahim Index will measure changes in the quality of government over time. The first Ibrahim Index was published in September 2007 and included data from 2000, 2002 and 2005. The Ibrahim Index is compiled under the direction of Professor Robert Rotberg, Dr Rachel Gisselquist and their team at the Kennedy School of Government at Harvard University with guidance from a panel of eminent African academics and corporate leaders.

DUET CIO Salami legt nach – CNBC

Dr.  Salami führt aus, dass die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise in Afrika relativ überschaubar bleiben.  So werde auch das Wachstum in Afrika wohl eher bei 3% als bei den prognostizierten 2% liegen.  Diese in der Gesamtschau positive Entwicklung wird erreicht, und zwar trotz der gerade im Vergleich zu anderen Emerging Market oder auch Osteuropa marginalen Zuwendung des IMF in Höhe von $ 2, 5 Mrd.

Auch Einschnitte der direkten Geldtransfers durch Angehörige, die im Ausland leben und Geld nach Afrika schicken,  fallen gering aus: Rückgänge von weniger als 10% sind zu verzeichnen. Vielmehr werden in Ländern wie Ghana, Kenya oder auch Botswana diese Transferleistungen auch in der Krise sonstige Hilfszahlungen aus der Entwicklungzusammenarbeit bei weitem übersteigen.

Letzlich bleibt ein freier Marktzugang der entscheidende Treiber für  Wachstum in der Region. Deshalb muss dort angesetzt werden, um Handelshemnisse zu beseitigen. Dem hingegen zeigen Hilfsleistungen per Saldo in der Regel negative Effekte.

CNBC Video

Afrika Stratege Ayo Salami weiterhin bullish: Nur eine Delle im Langzeichart

Einer der erfahrensten Investmentstragen für Afrika, Ayo Salami, sieht die langfristige Afrika-Story voll in Takt:

“If this were in the middle of a 20-year chart, this would be just a blip,” he says, emphasising the long-term nature of the African growth story.

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Obgleich auch sein Fonds bzw. der zugrundeliegende Index 40% verloren hat, sind die Basiseffekte (Konsum, Infrastruktur) für Afrika auch zukünftig vorhanden. Deshalb sei es nur eine Frage der Zeit, bis der Kontinent verstärkt auf dem Radar der Investoren erscheint.

FT Beitrag: The lure of Africa’s long term story

Afrikanische Banken weiterhin stark unterbewertet

Afrikanische Banken sind nur wenig in die Kreditsysteme der restlichen Kapitalmärkte eingebunden. Trotzdem ist ihre Bewertunge praktisch im gleichen Maße, wie die schwer getroffenen Institute der entwickelten Kapitalmärkte, zurückgegangen.
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Kaufkurse.

Weltwirtschaftskrise und Afrika

Wird Afrika mit voller Wucht von der Finanz- und Wirtschaftskrise erwischt und was heißt das für Investitionen südlich der Sahara?

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Die Auswirkungen sind spürbar und werden teilweise auch noch ernster werden. Dennoch wird die Region auch in 2009 ein Wachstum verzeichnen können. Die großen Infrastrukturmaßnahmen haben nicht an Bedeutung verloren. Die Bevölkerung wächst und das vielerorts mit merklichen Wohlstandszuwächsen. Deshalb wird der Binnenkonsum nicht abreißen.

Das durch China getriebene Wachstum wird zwischenzeitlich weiter in dem Maße zurückgehen, wie die Produktion und damit die Rohstoffnachfrage zurückgefahren wird. Ohne große Not wird China seine bereits erzielten Wettbewerbsvorteile gegenüber Nordamerika und Europa keinesfalls preisgegeben.

Die drastisch zurückgegangenen Rohstoffpreise haben nicht nur negative Auswirkungen auf Afrika südlich der Sahara. Jetzt kann die Grundversorgung über agrarische Rohstoffe wieder besser gewährleistet werden und die Konsumneigung kann ausgehend von niedrigem Niveau weiter steigen, und zwar nicht nur nach Nahrungsmitteln.

Niedrigere Preise im Nahrungs- und Energiebereich sind gleichzeitig ein Stabilisierungsfaktor für die Region. So wird auch das Thema Public Governance bzw. verlässliche und stabile Regierungen weiter vorankommen. Die weitestgehend reibungslose Wahl und der damit einhergehende Regierungswechsel in Ghana Macht in dieser Hinsicht Mut.

Insgesamt fällt das Fazit positiv aus: Sinkende Nahrungsmittelpreise und mancherorts gefestigte Regierungen sind eine Grundvoraussetzungen für weitere Investitionen, bspw. für große Infrastrukturmaßnahmen. Dadurch wird Afrika selbst im globalen Wirtschaftskrisenjahr ein moderates Wachstum erzielen können. Da dies derzeit nur in wenigen Regionen der Welt der Fall ist, kann davon ausgegangen werden, dass überdurchschnittlich viele Investitionen, wenn auch ausgehend von niedrigem Niveau, in Afrika getätigt werden.

Chancenreich investieren in Afrika südlich der Sahara wird gerade in 2009 ein vielversprechendes Thema sein und auch bleiben.